Die Textpraxis

5 Gründe, warum KI-Texte weder Zeit noch Geld sparen

Warum das Schreiben von KI-Webtexten weder Zeit noch Geld spart

Umsonst ist nicht gratis

Den Text schreibt mir doch ChatGPT kostenlos! Einen kurzen Prompt hinschleudern, und schon lässt sich das perfekte Ergebnis auf meiner Website einpflegen. Warum das für Texte mit einem gewissen Qualitätsanspruch zu kurz gedacht ist, erkläre ich dir hier.

Website-Texte, Blogartikel, Geschichten aller Art: Auf Knopfdruck sind sie fertig. Schön wärs, wenn es so einfach wäre – nur spielt es das nicht. Large Language Models spucken Ergebnisse in Sekundenschnelle aus – das „Prompten“, also die Erstellung und präzise Formulierung des Schreibauftrags, dauert aber oft deutlich länger. Ein gutes Ergebnis braucht seine Zeit, und Zeit ist bekanntlich Geld. 

Was einem auch bei der Verwendung von KI-Tools nicht erspart bleibt

1. Briefing

Klarheit über die wesentlichen Eckpunkte, die für das Schreiben eines guten Texts erforderlich sind, ist Pflicht. Das betrifft

  • den Inhalt,
  • den klaren Fokus,
  • die Zielgruppe,
  • die Tonalität und
  • den Zweck des Texts.

Sind dir diese Informationen nicht klar, kannst du keinen guten Prompt erstellen. Auch bei Auftragstexten gilt: Wird das Briefing vernachlässigt oder nur halbherzig durchgeführt, rächt sich das in der Regel durch nachträglichen Mehraufwand. Dann muss der Text mühsam angepasst werden, da von falschen oder unvollständigen Voraussetzungen ausgegangen wurde.

Bei KI-Texten bedeutet das ein schlechtes Ergebnis und zusätzlichen Aufwand: Ein neuer Prompt muss formuliert, der Text überprüft und angepasst oder völlig neu geschrieben werden.

2. Prompten

Es kann ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen, das Tool zu „füttern“ und den perfekten Prompt zu formulieren. Unter Umständen sogar mehr Zeit, als man brauchen würde, den Text selber zu schreiben – einmal vorausgesetzt, dass man Unique Content, also wirklich gute Inhalte mit Mehrwert für seine Zielgruppe kreieren will.
Hast du so viel Zeit? Wenn ja, ist es ja gut. Möchtest du deine kostbaren zeitlichen Ressourcen allerdings lieber in dein Kernbusiness investieren, könntest du das Texten an eine:n Professionalist:in auslagern.

3. Kreative Inputs

In den seltensten Fällen haben Auftraggeber im Vorhinein eine exakte Vorstellung davon, wie ein fertiger Text aussehen wird. Ja, sie haben ein Gefühl, eine Idee. Aber sie vertrauen zu Recht darauf, dass ein:e Texter:in oder Journalist:in mit kreativen Einfällen, Assoziationsvermögen und eigenen Zugängen etwas Originelles aus der Feder schüttelt, das ihre impliziten und expliziten Wünsche und Zielsetzungen perfekt umsetzt.

⇨ Wenn du eine KI mit der Texterstellung betraust, bist du auf deine Fähigkeiten zum Prompten zurückgeworfen. Die KI selbst ist nicht originell, sie verwurstet Vorhandenes immer und immer wieder neu. Die KI kann unbewusste Absichten, die du mit einem Text verfolgst, weder in ihrer gesamten Bandbreite erkennen noch hinterfragen und demzufolge nicht wirklich berücksichtigen.

4. Hintergrundwissen

Ein:e gute:r Journalist:in oder Texter:in bringt Vorwissen mit, eine eigene Denkweise und Kreativität, eigene Zugänge zu einer Materie und Assoziationsvermögen. Er fungiert als dein Sparringpartner und kitzelt nicht nur deine ausgesprochenen Zielvorgaben, sondern auch unbewusste Absichten aus dir heraus. Im besten Fall verfügt er/sie über

  • Einfühlungsvermögen,
  • Menschenkenntnis,
  • Fingerspitzengefühl,
  • vermeidet Plattitüden und Klischees und
  • sitzt nicht der erstbesten Metapher auf.

Menschliche Gehirne schaffen überraschende Wendungen und Gedankensprünge, erkennen, wo sie noch recherchieren müssen, verfügen über Branchenwissen, Einsichten in den Markt und Zielgruppen. Ich nenne es die humane Superpower, die uns menschliche Sparringpartner (noch) die Nase vorn haben lässt.

5. Überprüfung und Kontrolle

Bei KI-Texten bleibt dir eine Überprüfung des finalen Textes auf Plausibilität und faktische Korrektheit des Inhalts nicht erspart. Selbst seriös erscheinende Quellenangaben können von der KI erfunden sein. Vom Graubereich Urheberrecht will ich gar nicht reden.

Mein Fazit: Qualitätsvolle Webtexte mit KI schreiben zu lassen, spart weder Zeit noch Geld. Lagere komplexe Textaufträge im Zweifel an einen routinierten Profi aus und investiere deine wertvolle Ressource Zeit in dein Kernbusiness. 

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